LANDSTADT DIALOGE - Zweites Austauschtreffen in München
Im Fokus des Modellprojekts LANDSTADT BESTAND steht der fachliche Diskurs und die gemeinsame Weiterentwicklung von Bestandsquartieren. Am 23. März 2026 kamen die elf Modellgemeinden zu einem Austauschtreffen in München zusammen und haben über die Projektfortschritte berichtet. Dabei wurde erneut deutlich, wie gewinnbringend der direkte Dialog ist. Die kollegiale Fallberatung bot Raum für die Diskussion konkreter Fragestellungen aus den Modellgemeinden und brachte Lösungsansätze aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven hervor.
Darüber hinaus zog Bettina Bärmann, Erste Bürgermeisterin der Gemeinde Niederwerrn, mit ihrem Impulsvortrag große Aufmerksamkeit auf sich. Die unterfränkische Gemeinde Niederwerrn betreibt seit vielen Jahren eine engagierte und konsequente Ortsentwicklungspolitik. Bettina Bärmann berichtete hautnah aus der kommunalen Praxis und zeigte auf, welchen Weg die Gemeinde bei der Umgestaltung der Ortsmitte beschritten hat. Nach den Plänen des Büros Schlicht Lamprecht Kern Architekten entstand eine komplett neue Ortsmitte mit Bürgersaal, Standesamt, Vereinsraum, Café, Museum und Energiescheune nach dem Motto: „MITTENIM – Mitten im Herzen von Niederwerrn“. Der neu geschaffene öffentliche Raum bietet zudem Platz für Feste und den Wochenmarkt. Die Herangehensweise der Gemeinde Niederwerrn in Bezug auf die typischen Herausforderungen bei der Umsetzung von Konzepten in die Praxis sowie Strategien zur politischen und gesellschaftlichen Rückkopplung und die Bedeutung klar strukturierter Prozesse, transparenter Kommunikation und tragfähiger Netzwerke vor Ort lieferte wertvolle Impulse für die weitere Projektarbeit der Modellgemeinden.
Zahlreiche Teilnehmende des Austauschtreffens nutzten die Gelegenheit und folgten im Anschluss noch der Diskussion beim Foyer Dialog zum Thema „Zukunftsstrategie Bestand“. Der Umgang mit dem Bestand hat viele Facetten und ist Ausdruck unserer Baukultur. Diskutiert wurden Strategien für einen zukunftsfähigen Umgang mit dem Bestand – sowohl auf städtebaulicher Ebene als auch mit Blick auf den Gebäudebestand selbst. Im Mittelpunkt standen Fragen nach geeigneten rechtlichen Rahmenbedingungen, wirtschaftlichen Anreizen und planerischen Instrumenten ebenso wie nach gestalterischer Qualität und gesellschaftlicher Akzeptanz. Deutlich wurde: Der Bestand ist kein Hemmnis, sondern ein wesentliches Potenzial für eine nachhaltige Stadt- und Ortsentwicklung.
Im Rahmen der Abendveranstaltung wurde die Ausstellung „Zukunftsstrategie Bestand“ im Foyer des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen Bau und Verkehr eröffnet. Anhand ausgewählter Projektbeispiele zeigt sie anschaulich, wie Umbauen, Weiterbauen und Umnutzen in der Praxis gelingen können und welche rechtlichen sowie planerischen Instrumente dabei unterstützen. Die Ausstellung ist noch bis 14. April 2026 öffentlich zugänglich.